Etwa jeder siebte Deutsche leidet einmal pro Jahr an einer Entzündung der Nasennebenhöhlen und der Nase. Damit zählt die Sinusitis zu den häufigsten Erkrankungen der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Die Ursache für eine Entzündung ist meist ein viraler Infekt. Halten die Beschwerden länger an, liegt eine chronische Rhinosinusitis vor. Im Gegensatz zu einer einfachen Erkältung bedarf sie der Behandlung eines Hals-Nasen-Ohren-Arztes.

„Chronische Entzündungen der oberen Atemwege können zu Schleimhautschwellungen und Polypen- oder Zystenbildung in der Nase oder in den Nasennebenhöhlen führen“, erklärt der Direktor der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der Ruhr-Universität Bochum, Univ.-Prof. Dr. med. Stefan Dazert. „Hierdurch werden die Belüftung und die Drainage behindert, die für ein gesundes und funktionsfähiges Nasennebenhöhlen-System erforderlich sind.“

Zur Behandlung einer chronischen Nebenhöhlen-Entzündung werden konservative und operative Therapien angewandt. „Die konservative Therapie ist häufig erfolgversprechend und beinhaltet Nasenspülungen mit Salzlösung sowie die Gabe von Kortisonpräparaten in Form von Nasenspray oder Tabletten“, beschreibt Dazert. Weitere Möglichkeiten bestünden in der kurz- oder langzeitigen Gabe von Antibiotika oder, bei bestehender Analgetika-Intoleranz, einer adaptiven Desaktivierungstherapie. Bei nicht erfolgreicher konservativer Therapie sei die Operation durch die Nasenöffnung angezeigt, die Dazert so beschreibt: „Das Ziel der Chirurgie besteht in einem minimal-invasiven Eingriff, der mit einem Endoskop und entsprechenden Mikroinstrumenten durch die Nasenlöcher durchgeführt wird, ohne Schnitte in die Gesichtsregion zu legen. Bei der Operation werden knöcherne Engstellen am Übergang der Nase in die NNH erweitert und Polypen und Zysten entfernt.“ So könnten regenerationsfähige Schleimhautanteile geschont werden, um nach Ausheilung ein gesundes respiratorisches Epithel zu erhalten, ergänzt der Universitätsprofessor.

Bei schwierigen anatomischen Situationen oder bei Nachoperationen des Nasennebenhöhlen-Systems stünden darüber hinaus die computergestützte Navigation und so genannte gepowerte Instrumente zur Verfügung. Dazert: „Hierdurch kann die intraoperative Orientierung verbessert und die Sicherheit für den Patienten erhöht werden.“ Die Erfolgsaussichten seien hoch, ergänzt der HNO-Facharzt: „Die modernen Operationsverfahren in Kombination mit einer geeigneten Nachbehandlung führen in etwa 80 Prozent zu einer Ausheilung oder Besserung der Beschwerden."

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